GroƟmauliges ...

Starke Sprüche aus meinem Mund

Obwohl ich eher ein stiller Mensch bin (jou, war ein Witz), äußere ich mich hin und wieder doch zu irgendwelchen Themen und manchmal kommen dabei richtig gute Sprüche raus. Eine kleine Auswahl davon könnt Ihr hier lesen - zuerst die Vorgeschichte und in der zweiten Zeile dann mein Kommentar dazu ...

In den 80er Jahren reisten wir häufig für ein Wochenende in Länder des Ostblocks, denn unser Kumpel und Ex-Bandenkönig Ronald konnte nur dort seine Freunde aus der ehemaligen DDR treffen - nach Potsdam, seiner ehemaligen Heimatstadt, durfte er damals nicht reisen, denn er war in der DDR zu dieser Zeit eine "unerwünschte Person". Also verabredete er sich mit seinen Kumpels in Prag oder in Budapest, und nahm immer einige seiner neuen "Wessi-Freunde" mit. Heiner, sein bester Kumpel, lud uns alle in seinen Fiat Ducato Bus und los ging's nach Osten. Heiner, der keinem anderen Autofahrer außer sich selbst traut, war nur schwer dazu zu überreden, das Steuer mal abzugeben und fuhr stundenlang. Ich versuchte ihn mit dem folgenden Argument davon zu überzeugen, daß er einem Fahrerwechsel zustimmt :

"Heiner - fahr' nicht so viel, du musst noch trinken ..."

Am Beispiel oben sieht man, daß ich Wortspiele und Verdrehereien mag - und manchmal ergibt sich dabei ein völlig neuer Sinn, was unter Umständen dann sogar richtig lustig klingt. Hier kommt gleich noch ein Spruch aus dieser Richtung - nachdem sich mein früherer Chef vom angenehmen Kollegen in ein unerträgliches, widerwärtiges Ekel verwandelt hatte, verloren immer mehr "Werker" aus meiner Abteilung die Lust an der Zusammenarbeit. Heute war man noch der Liebling des Chefs und hatte eine großartige Karriere vor sich, aber schon morgen war man wieder "weg vom Fenster", weil man - trotz bester Absicht - etwas getan hatte, was dem Herrscher nicht gefiel. Und so nutzten viele Kollegen jede sich bietende Gelegenheit, um in anderen Bereichen bei wesentlich netteren Vorgesetzten unterzukommen. Irgendwann - nachdem sich wieder einer grinsend in eine andere Abteilung abseilte - fiel es mir wie Schuppen von den Augen und stellte ich fest :

"Die sinkenden Schiffe verlassen die Ratte"

Mein Kollege Rainer B. informiert sich gerne genau - und als Quelle dienen ihm häufig Zeitschriften aus dem Hause BILD. Leider kommt es aber immer wieder vor, daß er auch diese leichtverständlichen Texte nicht genau studiert - so war es auch, als in der BILD ein Artikel zu finden war, in dem stand, daß bereits knapp 60% aller Computer schon einmal mit Viren infiziert waren. Rainer glaubte anschliessend zu wissen, daß über 60% aller PCs infiziert sind (ausser seinem eigenen natürlich), und teilte das dem überraschten Kollegen Rolf mit - der wollte aber zunächst wissen, was ein Computer-Virus überhaupt ist. Die folgenden Erklärungsversuche scheiterten kläglich, weil unverständlich und meistens auch falsch - bis ich eingriff. Ich sagte Rolf, daß man als Viren kleine Programm bezeichnet, die von "Witzbolden" oder "Bösewichten" hergestellt und verbreitet werden, und sich z.B. in einem Textprogramm festsetzen, um dort Fehler zu verursachen. Weiter erklärte ich, daß auch schon sehr viele PC-Benutzer - ich gehöre auch dazu - Probleme wegen Viren mit ihrem Computer hatten, aber ...

"... Rainer hat den einzigen Computer auf der ganzen Welt, bei dem der Virus vor der Kiste am Bildschirm hockt"

Manche Sprüche sind ganz schön tiefsinnig - und wenn der Zuhörer danach beeindruckt, vielleicht sogar betroffen dasteht und das Gehörte verdaut, dann war dieser Spruch richtig gut. Leider kommt das nicht so häufig vor und oft entpuppt sich etwas scheinbar Schlaues nur als leere Worthülse, wenn man genauer darüber nachdenkt. Ich sage nur : ab ins Phrasen-Schwein ! Mir ist aber das Kunststück gelungen, einen Spruch zu kreiren, der - weil er gleich zwei Doppeldeutigkeiten enthält - eigentlich völliger Nonsens ist, aber trotzdem immer wieder klingt, als sei er eine grundlegende Lebensweisheit. Das isser : 

"Jeder verdient, was er verdient!"

Rückblende in die späten 1970er Jahre. Während eines Disco-Besuchs im nahegelegenen Eberbach begegnete unsere damalige Clique dem wohl flottesten Oberkellner der vergangenen Jahrhunderts. Kaum hatte selbiger alle Getränkewünsche notiert, war er auch schon mit den gefüllten Gläsern zurück, und drängte auf zügige Bezahlung. Soweit wäre das noch keine Story wert und eher als "löblich" zu bezeichen - aber es trat ein Problem auf. Unsere Freundin Kirsten, die aufgrund ihrer ausladenden Oberweite jederman(n) bestens in Erinnerung blieb, hatte sich auf die Damentoilette zurückgezogen und war von dort noch nicht wieder da. Folglich fehlte dem Kellner am Ende ein Restbetrag, den auch niemand freiwillig begleichen wollte - da der Mann vom Getränke-Express aber offenbar einen neuen Umsatzrekord anstrebte, lag ihm sehr daran, die Transaktion möglichst schnell zu beenden. Voller Ungeduld hatte eine Idee nach der anderen, wie er schnell an sein Geld kommen könnte - aber selbst der Vorschlag, mal nachzusehen, ob sich in der einsamen Handtasche, die am Stuhl hing, die Geldbörse der Vermissten befindet, wurde von uns abgelehnt. Zumal uns das Schminkköfferchen nicht bekannt vorkam. Jemand schwor, daß Kirsten doch in wenigen Sekunden wieder anwesend sei, und sie dann ihren Drink schon bezahlen würde. Der Ober gab enttäuscht auf und fragte nur noch: "ist das die junge Dame mit den großen ... ?" Seine Handbewegung machte deutlich, das er damit Kirsten's herausragende Körpermerkmale meinte. "Genau," bestätigte ich, "und die hat auch gar keinen Geldbeutel dabei, sondern ..."

"... die hat alles in ihrem Brustbeutel"

Mein ehemaliger Kollege Reiner (aber nicht der von oben) ist bekannt dafür, daß er sehr launisch ist. Mal kollegial, lustig und regelrecht anhänglich, und dann wieder giftig, beleidigend und auf alles neidisch, was andere besitzen. Es ist sicher nicht korrekt, aber diese Eigenschaften werden häufig kleinwüchsigen Menschen bescheinigt, und ich kann - aufgrund eigener Erfahrungen - berichten, daß auch ich schon vielen "Giftzwergen" begegnet bin. Das Maß, das Reiner von Kopf bis Fuß zusammenbringt, dürfte bei maximal 1 Meter 60 (jedoch eher etwas weniger) liegen - aber das nur am Rande bemerkt. Eines Tages regte er sich über mein Silberkettchen auf, an dem ein Elfenbeinanhänger baumelte, der aussah wie ein kleiner Elefantenzahn. Seit Jahren trug ich dieses unauffällige Schmuckstück und nie hatte es jemanden gestört - ganz im Gegenteil. Doch bei Reiner löste es (angeblich) Brechreiz aus, er fand es bescheuert und, daß ich damit aussehen würde wie ein Schwachkopf. Ich war bemüht, sachliche Gegenargumente zu bringen, aber dadurch wurde der Angreifer noch bösartiger. "So ein Scheissding würde ich mir im Leben nicht umhängen," bekam ich noch zu hören - dann platzte mir auch der Kragen. Ich fauchte, daß es auch nicht ratsam sei, es zu tragen, denn ...

"... bei deiner Körpergröße würde das Ding auch auf dem Boden schleifen !"

In meinem Job ist es häufig notwendig, daß ich einen kleinen Gabelstapler statt purer Muskelkraft einsetze. Nach reichlich Gelegenheit zum Üben mit diesem Gefährt, kann ich inzwischen behaupten, es ganz gut zu beherrschen. Leider fehlt Laien oft die Fähigkeit zum richtigen Einschätzen des Aktionsradius und der Besonderheiten - was sie aber nicht davon abhält, mich mit gutgemeinten Ratschlägen zu überhäufen. Ganz schwer nachvollziehbar ist es für die Unwissenden, daß es zwar einfach ist, ein Transportstück in eine Lücke zu rangieren, aber danach häufig unmöglich, wieder aus dieser Lücke herauszufahren. Der Grund dafür ist simpel : man muss die komplette Länge der Gabel in der Rechnung berücksichtigen, denn die Gabel muss unter der Palette herausgezogen werden und dann wird's eng. Aber das kann ich inzwischen ohne Versuch einschätzen und beurteilen - im Gegensatz zu manchen freiwilligen Einweisern. Neulich hatte ich deswegen wieder mal etwas anderes vor als der Kollege, der auf seine Lieferung wartete und er gab mir frühzeitig den Tipp, es doch mal rückwärts zu versuchen. Meine Antwort fiel kurz aus ...

"Es bringt micht nicht vorwärts, wenn ich dauernd rückwärts fahre !"

Ort: ein ganz normaler Weihnachtsmarkt im Odenwald; Zeit: Mitte der 1990er Jahre im letzten Jahrtausend ! Schon von Weitem konnte man das bekannte Hanf-Symbol sehen, und das interessierte meine Begleiter und mich doch sehr. Wir rechneten nicht damit, daß an diesem Stand illegale Rauchwaren verkauft würden - aber was dann ? Neugierig stapften wir mal hin. Es stellte sich heraus, daß es sich die Standbetreiber zur Aufgabe gemacht hatten, dem "Rauschgift"-Image von Hanf die enorme Vielseitigkeit dieser Nutzpflanze gegenüberzustellen. Also wurden neben Aufklärungsschriften und Informationen in unterschiedlichen Formaten auch jede Menge Produkte aus Hanf verkauft. Ins Auge stachen dabei besonders die Kleidungsstücke, die frei von Kunstfasern waren und teilweise richtig gut aussahen. Leider waren gerade die schönsten Teile auch schön teuer, und deshalb entfiel meinerseits der Großeinkauf. Eine junge Frau neben mir stand dagegen kurz vor dem Erwerb von einem Paar Hanf-Socken - bevor sie jedoch die fast 20 D-Mark dafür herausrückte, wollte sie vom Händler noch wissen, ob und wie man eventuelle Beschädigungen reparieren konnte. Ich antwortete zwar schneller, aber nicht unbedingt richtig : 

"... wenn die mal ein Loch haben, kannste sie in der Pfeife rauchen !"

Und noch eine Geschichte aus dem Arbeitsleben: es ist mir durchaus bewusst, daß ich mit meiner Direktheit gelegentlich mal über das Ziel hinausschiesse (allerdings muss ich anmerken, daß ich mich auch zurückhalten kann, und daß es - wenn doch - nur Leute trifft, die ich gut kenne und die ich auch mag). So erging es mir hin und wieder auch mit dem Kollegen A. (den vollständigen Namen lasse ich lieber mal weg), der meiner Ansicht nach häufig das Falsche zur falschen Zeit macht, und - als Kontrast dazu - z. B. auf Proteste verzichtet, wenn sie durchaus angebracht wären. Nicht immer gelang es mir, zu schweigen und mir meinen Teil zu denken - von Zeit zu Zeit schien es mir angebracht, A. meine Meinung dazu zu sagen. Und weil ich diese manchmal recht laut und (zugegeben) auch etwas unfreundlich kundtat, fühlte sich A. von mir beleidigt. Mehr noch - er glaubte, ich würde ihn häufiger und ungerechterweise mehr und verletzender beleidigen als andere. Dem konnte ich jedoch nicht zustimmen : 

"Von mir werden alle gleich schwer beleidigt !"

OK - hier ist zunächst mal Schluss mit den großen Sprüchen, aber wie man sieht, gibt's weiter unten noch ein paar leere Felder. Kann also gut sein, daß mir noch weitere "Großmauligkeiten" einfallen ...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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