Tasten statt Saiten

KEYBOARDS

 

Das schicke Foto hier mag zwar aussehn aus einem Werbeprospekt (dennoch stammt's von mir), aber darauf sieht man in der Tat genau die Keyboards, die ich "bearbeite". Allerdings habe ich noch ein paar weitere, die ich aber so gut wie nicht mehr benutze. Oben links : YAMAHA PSR-510 Keyboard · oben rechts : ROLAND D-50 Synthesizer · unten links : CASIO WK-1200 Keyboard · unten rechts : MOOG Prodigy Synthesizer

 

Wie viele andere Gitarristen / Musiker habe auch ich den Drang, mich gelegentlich mal auf einem anderen Instrument zu versuchen - das hat aber nichts damit zu tun, daß ich möglichst vielseitig sein und damit glänzen möchte - obwohl ich es vor vielen Jahren bei der JOLLY GARDENER BAND mit dem MOOG und einem WURLITZER Piano versucht habe. Ein Hauptgrund ist wohl, daß man - falls man eigene Ideen entwickeln will - mit seiner Kreativität immer wieder mal in Sackgassen gerät und dann darin feststeckt. Wem das zu hochtrabend klingt - es gibt Phasen, da will einem absolut nichts einfallen ...


Wie kommt man aus so einer Sackgasse nun wieder heraus ? Einfach den Rückwärtsgang einlegen oder wenden ? Aber wenn das auch nicht funktionieren will, dann muß man sich etwas anderes einfallen lassen. Aber es gibt dafür sicher kein Patent-Rezept, das für jeden gilt - also muß sich jeder eine ganz eigene Methode einfallen lassen, um aus dem kreativen Tief heraus zu kommen ...


Meine Flucht aus der Ideenlosigkeit klappt meistens, wenn ich ich die Gitarre beiseite lege und mir ein anderes Instrument vorknöpfe. Mit der Geige oder der (oder dem) Cümbüz war das Unterfangen nicht von Erfolg gekrönt - diese Instrumente liegen mir einfach nicht und obendrein sind sie auch schwierig zu spielen. Aber mit der Mandoline oder der Bouzouki  brachte es etwas - plötzlich hört man sich selbst etwas spielen, das ganz interessant klingt. Nun versuche ich, das Ganze mit der Gitarre hinzukriegen und wenn es sich umsetzen läßt, sind nicht selten Tore zu neuen Möglichkeiten geöffnet ...


Tasteninstrumente (Keyboards) sind meines Erachtens für Gitarristen noch besser dazu geeignet, neue Techniken zu entdecken. Die Spielweise unterscheidet sich stärker als bei einem anderen "Zupfinstrument" - die einzelnen Töne eines Akkords auf der Gitarre lassen sich auf einem Tasteninstrument häufig gar nicht eins-zu-eins umsetzen und umgekehrt ist es natürlich genauso. Versucht man dann, die gleichen Töne zu finden, entdeckt man oft neue Griffe, die dann interessanter und anders klingen, aber doch passen. Klar, manchmal steht man auch kurz davor, sich die Finger zu brechen, weil es schlicht unmöglich ist, den neu entdeckten Akkord in einen bequemen Griff zu verwandeln. Aber selbst das muß nicht das Ende aller Bemühungen sein - möglicherweise kommt man durch Herumprobieren doch noch zu einem Ergebnis, das zwar nicht den "normalen" Griffen auf dem Griffbrett bzw. der Tastatur entspricht, aber trotzdem passt und auch noch gut klingt ...



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